Handbuch

34.2
Aufnahme

Über die Aufnahme-Optionen lässt sich festlegen, welche Events von QF-Test aufgezeichnet werden. Außerdem sind etliche Sonderbehandlungen von Events oder ganzen Sequenzen möglich.

Aufnahme Optionen
Abbildung 34.10:  Aufnahme Optionen
Initiale Schnellstarthilfe für Aufnahmeknopf zeigen (User)

Steuert die Anzeige eines initialen Fragezeichens auf dem Aufnahmeknopf, um neuen Benutzern direkt den Weg zum Schnellstart-Assistenten zu weisen.

Hotkey für Aufnahme (User)
SUT Skript Name: OPT_RECORD_HOTKEY

Der Aufnahmemodus kann mittels einer Taste direkt im SUT gestartet und gestoppt werden. Hiermit legen Sie die Taste für diese Funktion fest. Die Standardtaste ist [F11].

Variablen in aufgenommenen Client Namen erhalten (System)

Ein sehr nützliches Feature für fortgeschrittene Anwender: Wenn Ihr SUT aus mehreren Clients besteht oder Sie einfach nur wiederverwendbare Tests erstellen wollen, ist es sehr sinnvoll, den Clientnamen in den verschiedenen Events, Checks etc. nicht fest einzugeben, sondern über eine Variable festzulegen (z.B. $(client)).

Damit müssten Sie aber jedes mal, wenn Sie eine Aufnahme gemacht haben, den Namen des Clients in allen neuen Events durch die variable Angabe ersetzen, was zwar Dank »Bearbeiten«-»Suchen und ersetzen« in einem Rutsch geht, aber immer noch lästig ist. Wenn Sie diese Option aktivieren und beim 'Java SUT Client starten' ebenfalls die variable Syntax verwenden, wird diese bei den Aufnahmen automatisch an Stelle des expandierten Namens eingesetzt.

Aufnahme bei aktueller Selektion einfügen (User)

Ein sehr nützliches Feature: Je nachdem woran Sie gerade arbeiten, kann es sinnvoll sein, eine Aufnahme direkt an der Einfügemarkierung einzufügen - oder auch nicht. Ist diese Option gesetzt, werden alle neuen Events direkt eingefügt, andernfalls wird eine neue Sequenz mit der Aufzeichnung in den 'Extrasequenzen' angelegt.

Hotkey für Checks (User)
SUT Skript Name: OPT_RECORD_CHECK_HOTKEY

Wenn sich QF-Test im Aufnahmemodus befindet, können Sie im SUT mittels einer Taste zwischen der normalen Aufzeichnung und der Aufzeichnung von Checks hin und her schalten. Hiermit legen Sie die Taste für diese Umschaltung fest. Die Standardtaste ist [F12].

Komponenten beim Checken hervorheben (User)
SUT Skript Name: OPT_RECORD_CHECK_HIGHLIGHT

Wenn Sie einen Check aufzeichnen, kann QF-Test eine kleine Hilfestellung geben, indem es die Komponente hervorhebt, über der sich der Mauszeiger gerade befindet. Dies geschieht durch Vertauschen von Vorder- und Hintergrundfarbe der Komponente, was vereinzelt zu unerwünschten visuellen Effekten führen kann. Daher können Sie diese Funktionalität hiermit abschalten.

34.2.1
Folgende Events aufnehmen

Über diese Schalter lassen sich gezielt Events ein- oder ausschalten. Im Prinzip gilt hier: Finger weg, die Defaultwerte sind OK. In besonderen Fällen kann es aber doch sinnvoll sein, mit den Schaltern zu experimentieren.

Folgende Events aufnehmen
Abbildung 34.11:  Optionen für die Aufnahme von Events
Abstrakte 'Mausklick' Events (System)

Ist diese Option aktiviert, wird eine Abfolge von MOUSE_MOVED, MOUSE_PRESSED, MOUSE_RELEASED und MOUSE_CLICKED Events als 'Mausklick' Pseudoevent aufgenommen (vgl. Abschnitt 35.8.1).

4.1+Vereinfachte Aufnahme von 'Mausklick' Events (System)

Werden 'Mausklick' Events aufgenommen, sollte diese Option ebenfalls aktiviert sein. Außer für Drag&Drop und einige spezielle MOUSE_MOVED Events basiert die Aufnahme dann primär auf der Umwandlung von MOUSE_PRESSED Events in Mausklicks. Dies liefert in den meisten Fällen die besten Ergebnisse, selbst wenn QF-Test vom SUT zu wenige oder zu viele Events empfängt. Ist diese Option deaktiviert, kommt der Algorithmus von QF-Test 4.0 und älter zum Einsatz. Dieser ist einen Versuch wert, wenn eine aufgenommene Sequenz einmal nicht direkt wiedergegeben werden kann.

Abstrakte 'Tastendruck' Events (System)

Hiermit können Sie eine Abfolge von KEY_PRESSED, KEY_TYPED und KEY_RELEASED Events (bzw. nur KEY_PRESSED und KEY_RELEASED für Funktions- und Sondertasten) automatisch als 'Tastendruck' Pseudoevent aufnehmen (vgl. Abschnitt 35.8.2).

Mausevents ohne Koordinaten aufnehmen wo möglich (System)
SUT Skript Name: OPT_RECORD_REPOSITION_MOUSE_EVENTS

Für viele Arten von Komponenten und Unterelementen kommt es nicht darauf an, wo genau ein Mausevent registriert wird. Allerdings können große Werte für die X und Y Koordinaten von 'Mausevents' zu Problemen führen, wenn die Zielkomponente ein wenig kleiner wird, z.B. weil sich der Font geändert hat oder ein Fenster verkleinert wurde. Zu große Koordinaten sind auch eine häufige Fehlerursache, wenn eine aufgenommene Sequenz in eine 'Prozedur' mit variabler Zielkomponente konvertiert wird.

Ist diese Option aktiviert, ignoriert QF-Test die Koordinaten von Mausevents bei der Aufnahme, wenn es für die Zielkomponente keinen Unterschied macht, also z.B. für alle Arten von Buttons, Menüs, Zellen von Tabellen, Listeneinträgen und Baumknoten. Bei letzteren unterscheidet QF-Test zwischen Klicks auf den Knoten selbst und Klicks auf den Schalter zum Ein- und Ausklappen. Bei der Wiedergabe von Mausevents ohne Koordinaten steuert QF-Test die Mitte der Zielkomponente bzw. des Unterelements an, wobei für Unterelemente die X-Koordinate auf 5 begrenzt ist, da die Maße von Unterelementen nicht immer zuverlässig ermittelt werden können.

Öffnen eines Fensters in 'Warten auf Komponente' konvertieren (System)

Wenn während einer Aufnahme im SUT ein neues Fenster geöffnet wird, ist es oft sinnvoll, beim Abspielen der Sequenz an dieser Stelle erst zu warten, bis das Fenster erschienen ist, bevor Events an Komponenten des Fensters geschickt werden. Ist diese Option eingeschaltet, wird ein WINDOW_OPENED Event automatisch in einen 'Warten auf Komponente' Knoten konvertiert.

Diese Option hat seit der Einführung des impliziten Wartens stark an Bedeutung verloren.

Web Für Web Clients wird bei Aktivierung dieser Option ein 'Warten auf Laden des Dokuments' Knoten jeweils dann eingefügt, wenn das Laden eines Dokuments abgeschlossen ist. Dies ist für die zuverlässige Synchronisation beim Navigieren zu einer anderen Seite sehr wichtig.

34.2.2
Eventsequenzen packen

Machen Sie einmal ein Experiment und nehmen Sie eine kleine Sequenz auf, nachdem Sie die folgenden Optionen ausgeschaltet haben. Sie werden überrascht sein, wie viele Events generiert werden, nur um ein paar kleine Aktionen durchzuführen. Damit diese Flut beherrschbar bleibt gibt es in QF-Test verschiedene Möglichkeiten, Events zu filtern oder Eventsequenzen zusammenzupacken.

Folgende Events packen
Abbildung 34.12:  Optionen für das Packen von Events
MOUSE_MOVED Events (System)
SUT Skript Name: OPT_RECORD_PACK_MOUSE_MOVED

Gerade MOUSE_MOVED Events werden in besonders großer Zahl generiert, wenn Sie Aktionen mit der Maus durchführen. Im Normalfall ist von einer ununterbrochenen Folge von diesen Events nur der letzte interessant (eine Ausnahme wäre z.B. das Freihand-Zeichnen in einem Grafikprogramm). Ist diese Option eingeschaltet, werden die überflüssigen MOUSE_MOVED Events herausgefiltert.

Wichtig: Da auch die Events MOUSE_PRESSED, MOUSE_RELEASED und MOUSE_CLICKED Koordinaten enthalten, könnte man annehmen, dass MOUSE_MOVED Events gänzlich überflüssig sind. Dies ist nicht der Fall. Manche Java Komponenten reagieren auf einen Mausklick nur, wenn vorher die Maus tatsächlich dorthin bewegt wurde.

MOUSE_DRAGGED Events (System)
SUT Skript Name: OPT_RECORD_PACK_MOUSE_DRAGGED

Bei den MOUSE_DRAGGED Events verhält es sich ähnlich wie bei den MOUSE_MOVED Events: Nur der letzte in einer aufeinanderfolgenden Sequenz ist normalerweise von Bedeutung. Die Filterung ist daher analog zu den MOUSE_MOVED Events.

Wartezeit beim Ziehen (System)
SUT Skript Name: OPT_RECORD_MOUSE_DRAGGED_HOVER

Es gibt Situationen, in denen nicht alle MOUSE_DRAGGED Events gefiltert werden dürfen. Ein typisches Beispiel ist das Öffnen eines Untermenüs.

Hinweis Das folgende Beispiel stimmt so nicht mehr, da QF-Test seit Version 1.05.2 keine MOUSE_MOVED oder MOUSE_DRAGGED Events mehr "wegoptimiert", die für das Öffnen eines Untermenüs benötigt werden. Es gibt aber vielleicht ähnlich geartete Situationen geben, bei denen die Aufnahme von Zwischenstationen beim Ziehen der Maus sinnvoll sein kann.

Ziehen in ein Untermenü
Abbildung 34.13:  Ziehen in ein Untermenü

Wie das obige Bild illustriert, könnten Sie in QF-Test einen neuen 'Testaufruf' Knoten in eine Suite einfügen, indem Sie zunächst auf das »Eingabe« Menü klicken, dann bei gedrückter Maustaste den Zeiger auf »Test und Sequenz Knoten« bewegen, so dass das Untermenü ausklappt und letztlich den Zeiger auf »Testaufruf« bewegen und dort loslassen. Sofern die obige Option zum Packen von MOUSE_DRAGGED Events gesetzt ist, würde QF-Test das gesamte Ziehen zu einem einzigen MOUSE_DRAGGED Event zusammenfassen, nämlich dem letzten auf den »Testaufruf« Eintrag im Untermenü. Das Abspielen dieser Sequenz würde scheitern, weil das Ziehen auf den »Test und Sequenz Knoten« Eintrag des Menüs übersprungen wird, so dass das Untermenü nicht ausklappt.

Um dem vorzubeugen, können Sie beim Aufzeichnen der Sequenz eine Weile mit dem Mauszeiger auf dem »Test und Sequenz Knoten« Eintrag des Menüs verharren. Daran erkennt QF-Test dass es einen zusätzlichen MOUSE_DRAGGED Event aufnehmen soll. Wie lange diese Ruhepause sein muss, legen Sie mit dieser Option fest.

Maximaler Abstand beim Ziehen für 'Mausklick' Event (System)

Es kommt vor, dass der Mauszeiger unabsichtlich zwischen dem Drücken und Loslassen einer Maustaste bewegt wird. Je nach JDK Version und der Größe der Bewegung kann das als MOUSE_DRAGGED Event registriert werden. Für kleine Bewegungen kann QF-Test diesen ignorieren um trotzdem einen 'Mausklick' Event zu erstellen. Diese Option legt fest, welche Distanz QF-Test noch als einen Klick interpretiert. Ein MOUSE_DRAGGED Event, der darüber hinaus geht, wird unverändert übernommen.

Tastaturevents zu 'Texteingabe' Knoten zusammenfassen (System)

Auch für die simple Eingabe eines kurzen Textes werden massenhaft Events generiert. Würde man nur mit den normalen KEY_PRESSED, KEY_TYPED und KEY_RELEASED Events arbeiten, wäre dies nicht nur unübersichtlich, es wäre auch unmöglich, variablen Text zu erzeugen.

Ist diese Option gesetzt, werden Folgen von Tastaturevents in eine 'Texteingabe' umgewandelt, sofern die Komponente ein Textfeld ist (genauer: von der Klasse java.awt.TextField oder javax.swing.text.JTextField). Dabei werden nur normale Tasten (auch in Kombination mit der [Shift] Taste) berücksichtigt. Sondertasten und Kombinationen mit [Strg] oder [Alt] werden nicht gepackt.

Beim Abspielen einer gepackten Textsequenz werden nur KEY_TYPED Events generiert, die KEY_PRESSED und KEY_RELEASED Events dagegen unterdrückt.

Automatisch 'Zielkomponente zunächst leeren' Attribut von 'Texteingabe' Knoten setzen (System)

Diese Option bestimmt den Wert des Attributs 'Zielkomponente zunächst leeren' eines neu aufgenommenen 'Texteingabe' Knotens. Ist die Option nicht gesetzt, wird auch das Attribut nicht gesetzt, andernfalls wird das Attribut genau dann aktiviert, wenn das Textfeld vor Beginn der Eingabe leer war.

'Einzelne Events' Attribut von 'Texteingabe' Knoten setzen (System)

Hiermit wird der Wert des Attributs 'Einzelne Events wiedergeben' in neu aufgenommenen 'Texteingabe' Knoten festgelegt. Ist die Option gesetzt, wird das Attribut ebenfalls gesetzt, und umgekehrt. Der sichere Weg ist, diese Option eingeschaltet zu lassen. Bei einem typischen SUT, das keine eigenen KeyListener für Textfelder verwendet, sollte es keine Probleme geben, wenn das Attribut deaktiviert wird, um die Wiedergabe von 'Texteingabe' Knoten zu beschleunigen.

34.2.3
Komponenten

Komponenten aufnehmen
Abbildung 34.14:  Option für die Aufnahme von Komponenten
Hotkey für Komponenten (User)
SUT Skript Name: OPT_RECORD_COMPONENT_HOTKEY

Hiermit legen Sie eine Taste (bzw. Tastenkombination) fest, mit der Sie das SUT in einen speziellen Modus ähnlich dem Aufzeichnungsmodus für Checks schalten können. Die Standardtaste ist [Shift-F11].

In diesem Modus wird eine Komponente, die Sie mit der Maus anklicken, an QF-Test übermittelt. Dort wird falls noch nicht vorhanden, wie nach einer Aufnahme ein entsprechender Knoten unterhalb des 'Fenster und Komponenten' Knotens eingefügt. Außerdem steht die QF-Test ID der Komponente im Clipboard zur Übernahme mit [Strg-V] bereit.

Popupmenü zum Aufnehmen von Komponenten
Abbildung 34.15:  Popupmenü zum Aufnehmen von Komponenten

Sie können auch eine ganze Hierarchie von Komponenten in einem Schritt aufzeichnen. Klicken Sie hierzu, nachdem Sie in diesen speziellen Modus geschaltet haben, mit der rechten Maustaste auf eine beliebige Komponente. Sie erhalten dann ein Popupmenü, in dem Sie vier Möglichkeiten zur Auswahl haben:

Nur Komponente
Diese Auswahl entspricht dem Klick mit der linken Maustaste. Es wird nur die gewählte Komponente aufgezeichnet.
Komponente mit Kindern
Es werden die ausgewählte Komponente und alle darin enthaltenen Komponenten aufgezeichnet.
Ganzes Fenster
Dient zur Aufnahme aller Komponenten im gesamten Fenster.
Namen vorschlagen
Dies ist eine besondere Funktion zur Unterstützung der Zusammenarbeit zwischen Testern und Entwicklern bei der Vergabe von Namen für Komponenten mittels setName. Sie zeichnet alle Komponenten im gesamten Fenster auf und legt diese in einer eigenen Testsuite ab. Alle Komponenten ohne eigenen Namen, für die ein Name zur Verbesserung der Testsicherheit sinnvoll erscheint, werden markiert. Hierzu erhalten diese einen Namen im Format "SUGGESTED NAME (n): Vorschlag". Die fortlaufende Zahl in Klammern dient nur zur Vermeidung von Duplikaten. Den Vorgeschlagenen Namen setzt QF-Test aus der Klasse der Komponente und sonstigen verfügbaren Informationen zusammen. Er sollte nur als Anregung verstanden werden.
Methoden anzeigen
Hierbei handelt es sich um eine weitere Sonderfunktion, die ein Fenster mit den Attributen und Methoden der Klasse der selektierten Komponente öffnet. Weitere Informationen hierzu finden Sie in Abschnitt 5.5.

Wenn Sie eine einzelne Komponente abfragen wollen, drücken Sie im SUT einfach die hier eingestellte Taste. Nachdem Sie eine Komponente angeklickt haben und diese übermittelt wurde, schaltet das SUT von selbst in den vorherigen Modus zurück. Wenn Sie zusätzlich eine der Tasten [Shift], [Strg] oder [Alt] drücken und diese nicht zur Tastenkombination selbst gehört, schaltet das SUT dauerhaft in diesen Modus. Zum Beenden drücken Sie einfach noch einmal den "Hotkey".

Wenn Sie mehrere Testsuiten geöffnet haben, müssen Sie mit Hilfe des Menüeintrags »Aufnahme«-»Komponenten empfangen« festlegen, an welche Suite die auf diese Weise aufgenommenen Komponenten übermittelt werden sollen.

4.0+Generische Klassen für Komponenten aufzeichnen (System)
SUT Skript Name: OPT_RECORD_COMPONENT_GENERIC_CLASS

Wenn möglich weist QF-Test Komponenten generische Klassennamen wie "Button", "Table" oder "Tree" zusätzlich zu den Java, DOM oder AJAX spezifischen Klassennamen wie "javax.swing.JButton", "javafx.scene.control.Button", "INPUT" oder "X-BUTTON" zu. Diese generischen Klassennamen sind verständlicher und robuster, verbessern die Kompatibilität zwischen verschiedenen Arten von Oberflächen und unterstützen die Entwicklung von generischen Prozeduren. Generische Klassennamen können für die Wiedererkennung von Komponenten und zur Registrierung von Resolvern verwendet werden. Ist diese Option gesetzt, zeichnet QF-Test den generischen Klassennamen auf, sofern vorhanden.

Nur Systemklassen aufnehmen (System)
SUT Skript Name: OPT_RECORD_COMPONENT_SYSTEM_CLASS_ONLY

Ist diese Option gesetzt, nimmt QF-Test nur Standardklassen für 'Komponenten' auf. Für kundenspezifische Klassen wird die Klassenhierarchie nach oben abgearbeitet, bis eine Standardklasse erreicht ist. Aktivieren Sie diese Option, wenn sich die Namen der GUI-Klassen Ihres Programms hin und wieder ändern.

Hinweis Sie müssen diese Option auf jeden Fall aktivieren, wenn Sie die jar Archive Ihrer Applikation durch Obfuscation schützen wollen, oder wenn die GUI Klassen mit einem eigenen ClassLoader geladen werden.

Web Diese Option ist für Web Clients ohne Bedeutung.

4.0+Alle Klassen bei der Aufnahme von Komponenten akzeptieren (System)
SUT Skript Name: OPT_RECORD_TOLERANT_CLASS_MATCH

Für die Kompatibilität mit älteren QF-Test Versionen, die keine generischen Klassen kannten, zieht QF-Test bei der Aufnahme zum Vergleich mit bestehenden Komponenten mehrere Klassen einer Komponente heran, die konkrete, die generische und die Systemklasse. Dies ist sehr hilfreich, wenn Sie Ihre alten Komponenten so weit möglich erhalten wollen. Wenn Sie stattdessen lieber generell neue Komponenten basierend auf generischen Klassen aufnehmen möchten, schalten Sie diese Option aus. Für Komponenten, die zum ersten mal aufgenommen werden, richtet sich die Klasse immer nach den beiden vorhergehenden Optionen Generische Klassen für Komponenten aufzeichnen und Nur Systemklassen aufnehmen.

3.5+Wiedererkennung von Komponenten bei der Aufnahme validieren (System)
SUT Skript Name: OPT_VALIDATE_RECORDED_COMPONENTS

Falls Komponenten im SUT nicht-eindeutige Namen zugewiesen wurden, kann QF-Test diese Komponenten mit Hilfe des 'Weiteren Merkmals' qfs:matchindex unterscheiden, welches den Index innerhalb der Komponenten mit gleichem Namen angibt. Ist diese Option gesetzt, prüft QF-Test den Namen der Komponente bereits bei der Aufnahme auf Eindeutigkeit und versucht qfs:matchindex korrekt zu setzen.

Hinweis Sie sollten diese Option nur dann deaktivieren, wenn Sie sicher sind, dass Namen von Komponenten weitestgehend eindeutig sind und die Validierung die Performance bei der Aufnahme spürbar beeinträchtigt.

HTML Elemente in reinen Text konvertieren (System)
SUT Skript Name: OPT_RECORD_COMPONENT_CONVERT_HTML
Swing

Swing unterstützt HTML Auszeichnungen für verschiedene Arten von Labels, Buttons und Unterelementen von komplexen Komponenten. Bei der Identifizierung und Validierung von Komponenten sind die HTML Tags oft im Weg. Ist diese Option gesetzt, konvertiert QF-Test HTML in normalen Text, indem es alle HTML Tags entfernt, so dass nur der reine Textinhalt erhalten bleibt.

Gewichtung von Namen (Aufnahme) (System)
Server oder SUT Skript Name: OPT_RECORD_COMPONENT_NAME_OVERRIDE
Mögliche Werte: VAL_NAME_OVERRIDE_EVERYTHING, VAL_NAME_OVERRIDE_HIERARCHY, VAL_NAME_OVERRIDE_PLAIN

Hinweis Es gibt zwei Varianten dieser Option, die sehr eng miteinander verknüpft sind. Diese Variante ist während der Aufnahme aktiv, die andere bei der Wiedergabe. Natürlich sollten beide Optionen immer den selben Wert haben - mit einer Ausnahme: Wenn Sie von einer Einstellung zu einer anderen wechseln wollen, müssen eventuell Komponenten in QF-Test aktualisiert werden. Bei diesem Prozess ist es notwendig, zunächst die Einstellung für die Wiedergabe auf dem alten Wert zu lassen und nur die Aufnahme Option umzustellen. Denken Sie aber unbedingt daran, nach Abschluss der Aktualisierung auch die Wiedergabe Option umzustellen.

Diese Option legt fest, welches Gewicht dem Namen bei der Aufnahme von Komponenten beigemessen wird. Folgende Einstellungen sind möglich:

Name übertrifft alles
Dies ist die wirksamste und flexibelste Möglichkeit, Komponenten zu erkennen. Sie setzt allerdings voraus, dass die Namen der Komponenten zumindest pro Fenster eindeutig sind. Wenn diese Eindeutigkeit gegeben ist, verwenden Sie diese Einstellung.
WebVerwenden Sie diesen Wert nicht bei Webseiten mit Frames. Für diese ist "Hierarchie von Namen" besser geeignet.

Hierarchie von Namen
Diese Einstellung sollten Sie verwenden, wenn Namen zwar nicht in jedem Fenster eindeutig vergeben sind, aber Komponenten mit gleichen Namen zumindest in unterschiedlichen Komponenten mit verschiedenen Namen enthalten sind, so dass sich eine Eindeutige Namenshierarchie ergibt. Damit ist die Wiedererkennung immer noch sehr tolerant gegenüber Veränderungen. Erst wenn Sie eine benannte Komponente in eine andere benannte Komponente verschieben, muss die Testsuite an diese Veränderung angepasst werden.

Normales Attribut
Falls es Komponenten mit identischen Namen im SUT gibt, die zudem in der gleichen Parent Komponente liegen, bleibt nur noch diese Einstellung. Der Name spielt damit immer noch eine wichtige Rolle, aber kaum mehr als das 'Merkmal' Attribut.

SWT Automatische Namen für Komponenten in Eclipse/RCP Anwendungen (System)
SUT Skript Name: OPT_RECORD_COMPONENT_AUTOMATIC_RCP_NAMES

Eclipse und Anwendungen, die auf der Rich Client Platform (RCP) basieren, verfügen über ein komplexes GUI mit Unterstützung für wechselnde Perspektiven. Bei einem solchen Wechsel werden die Komponenten neu arrangiert, was die Wiedererkennung für QF-Test schwierig macht, wenn nicht wenigstens für die wichtigsten Komponenten Namen gesetzt werden. Zusätzlich kompliziert wird es dadurch, dass die Struktur der Komponenten nicht der optischen Darstellung entspricht. Die Komponenten sind stattdessen relativ flach in der Workbench angeordnet. Positiv ist dagegen, dass RCP basierte Anwendungen über eine einheitliche innere Struktur basierend auf Views und Editors verfügen, von denen viele einen Namen besitzen.

Falls diese Option aktiviert ist, versucht QF-Test automatisch die GUI Komponenten mit Ihren RCP Gegenstücken zu assoziieren und auf dieser Basis Namen für die Komponenten zu ermitteln. Dies kann die Wiedererkennung der Komponenten drastisch verbessern. Falls einige dieser automatisch ermittelten Namen allerdings nicht dauerhaft stabil sein sollten, können diese auch ein Hindernis darstellen. In diesem Fall kann für die Betroffenen Komponenten ein Name gesetzt werden, entweder mittels setData wie in Kapitel 5 beschrieben, oder mit Hilfe eines NameResolvers wie in Abschnitt 44.1.6 beschrieben. Beide Methoden haben Vorrang vor automatisch generierten Namen.

Komponentenhierarchie (System)
SUT Skript Name: OPT_RECORD_COMPONENT_HIERARCHY
Mögliche Werte: VAL_RECORD_HIERARCHY_INTELLIGENT, VAL_RECORD_HIERARCHY_FULL, VAL_RECORD_HIERARCHY_FLAT

QF-Test bietet verschiedene Sichtweisen auf die Komponenten des SUT.

In der flachen Sicht sind alle Komponenten eines Fensters gleichwertig unter diesem angeordnet. Für ein einfaches Fenster mag diese Sicht genügen, für komplexere Fenster geht nicht nur die Übersicht verloren, sondern auch wertvolle Strukturinformation für die Wiedererkennung.

Das Gegenteil zur flachen Sicht ist die volle Hierarchie. Hier werden alle Komponenten des SUT 1:1 übernommen und in einer entsprechenden Baumstruktur angeordnet. Diese Darstellung kann wertvolle Informationen für Entwickler liefern, hat aber den Nachteil, dass das Einfügen einer weiteren Zwischenkomponente im SUT die Strukturinformationen ungültig macht und die Wiedererkennung aller Childkomponenten dieser neuen Komponente verhindert.

Die Auswahl "Intelligent" liefert einen Kompromiss aus den beiden Extremwerten. Hiermit werden nur die "interessanten" Komponenten aus der Hierarchie des SUT übernommen. Komponenten wie JPanel, die ausschließlich der Strukturierung dienen, werden nicht aufgezeichnet. Die Verschachtelungstiefe des Baums wird dadurch deutlich reduziert. Im Moment ist die Entscheidungslogik, welche Komponenten als "interessant" anzusehen sind, hart verdrahtet. In späteren Versionen wird sie konfigurierbar sein.

QF-Test ID des Fenster Knotens vor QF-Test ID der Komponente setzen (System)
Server Skript Name: OPT_RECORD_COMPONENT_PREPEND_WINDOW_ID

Ist diese Option aktiviert stellt QF-Test bei der Aufnahme einer 'Komponente' deren 'QF-Test ID' die 'QF-Test ID' des zugehörigen 'Fenster' Knotens voran. Dies ist sinnvoll zur Unterscheidung von Komponenten mit gleichem Namen in verschiedenen Fenstern.

QF-Test ID des Parentknotens vor QF-Test ID der Komponente setzen (System)
Server Skript Name: OPT_RECORD_COMPONENT_PREPEND_PARENT_ID
Mögliche Werte: VAL_RECORD_COMPONENT_PREPEND_PARENT_ALWAYS, VAL_RECORD_COMPONENT_PREPEND_PARENT_NAMED, VAL_RECORD_COMPONENT_PREPEND_PARENT_FEATURE, VAL_RECORD_COMPONENT_PREPEND_PARENT_NEVER

Wenn bei einer Aufnahme eine neue 'Komponente' angelegt wird, vergibt QF-Test automatisch eine 'QF-Test ID'. Dieser ID kann wahlweise die 'QF-Test ID' eines direkten oder indirekten Parentknotens der Komponente - durch einen Punkt getrennt - vorangestellt werden. Dies ist vor allem nützlich, um häufig auftretende Komponenten, die keinen eigenen Namen haben, unterscheidbar zu machen.

Beispiel: Angenommen es gibt zwei JScrollPanes, von denen eine "TreeScrollPane" und die andere "DetailScrollPane" heißt. Ohne diese Funktion würden die beiden vertikalen Scrollbars die QF-Test IDs "scrollbarVertical" und "scrollbarVertical2" erhalten. Mit dieser Funktion erhalten sie dagegen die QF-Test IDs "TreeScrollPane.scrollbarVertical" und "DetailScrollPane.scrollbarVertical". Damit können Sie bei Events sofort erkennen, worauf sich diese beziehen.

Es gibt vier mögliche Einstellungen:

  • "Niemals" schaltet diese Funktionalität aus.
  • "Nächster Vorgänger mit Name" ist eine sinnvolle Einstellung, wenn Ihre Entwickler allen wichtigen Komponenten mit der Java Methode setName einen Namen gegeben haben. Eine Komponente, die selbst keinen Namen hat, bekommt den Namen des ersten seiner direkten und indirekten Parentknoten vorangestellt, der einen eigenen Namen hat.
  • Wenn Sie nicht - oder nur eingeschränkt - mit setName arbeiten, ist die Einstellung "Nächster Vorgänger mit Name oder Merkmal" besser geeignet. Neben dem Namen eines Parentknotens kann auch dessen Merkmal ausschlaggebend sein.
  • "Immer" ist nur dann sinnvoll, wenn Sie die Option Komponentenhierarchie auf den Wert "Flach" eingestellt haben. Hierbei wird jeder QF-Test ID die QF-Test ID des direkten Parentknotens vorangestellt, was bei tiefer Verschachtelung von Komponenten zu unbrauchbar langen QF-Test IDs führt.
Maximale Länge für QF-Test IDs (System)

Hiermit lässt sich die Länge von automatisch vergebenen QF-Test IDs beschränken. Dies kann die Übersicht deutlich verbessern, da zum Teil sehr lange IDs zum Beispiel aus einem Merkmal generiert werden können.

34.2.4
Unterelemente

Bei komplexen Komponenten wie Tabellen oder Bäumen können Events wahlweise so aufgenommen werden, dass sie sich auf Unterelemente der Komponenten beziehen und ihre Koordinaten relativ zu diesen Unterelementen sind.

Unterelemente aufnehmen
Abbildung 34.16:  Option für die Aufnahme von Unterelementen
Events auf Unterelemente beziehen (System)
SUT Skript Name: OPT_RECORD_SUBITEM

Die oben beschriebene Funktionalität wird mit diesem Schalter aktiviert. Ist diese Option ausgeschaltet, beziehen sich neu aufgenommene Events immer auf die Komponente, nicht auf ein Unterelement.

4.0+Mehrstufige Unterelemente (System)
Server oder SUT Skript Name: OPT_RECORD_SUBITEM_MULTILEVEL

Über diese Option können Sie mehrstufige Unterelemente komplett ausschalten (auch für die Wiedergabe), was Sie aber nur tun sollten, wenn Sie Probleme mit alten Testsuiten haben, die ungeschützte Sonderzeichen wie '@' oder '%' im textuellen Index von Unterelementen enthalten. Allerdings wäre es in diesem Fall vorzuziehen, die Testsuiten zu aktualisieren und die Unterelemente korrekt zu schützen, ggf. über die spezielle Variablensyntax ${quoteitem:...} (vgl. Abschnitt 7.5).

Format für Unterelemente (System)
SUT Skript Name: OPT_RECORD_SUBITEM_FORMAT
Mögliche Werte: VAL_RECORD_SUBITEM_FORMAT_INTELLIGENT, VAL_RECORD_SUBITEM_FORMAT_TEXT, VAL_RECORD_SUBITEM_FORMAT_NUMBER

Wenn Events sich auf Unterelemente einer Komponente beziehen, können Sie mit diesem Schalter festlegen, ob der Text der Elemente oder deren Position aufgenommen wird. Der Index für das Element wird in der entsprechenden Form als Text bzw. als Zahl angelegt.

Mittels des Schalters "Intelligent" können Sie die Entscheidung QF-Test übertragen. Der Index wird dann als Text erstellt, sofern der Name des Elements innerhalb der komplexen Komponente eindeutig ist. Andernfalls wird der Index als Zahl angelegt.

Art der Unterelemente (System)
Server Skript Name: OPT_RECORD_SUBITEM_TYPE
Mögliche Werte: VAL_RECORD_SUBITEM_TYPE_INTELLIGENT, VAL_RECORD_SUBITEM_TYPE_NODE, VAL_RECORD_SUBITEM_TYPE_SYNTAX

Hiermit entscheiden Sie, ob bei der Aufnahme eines Events für ein Unterelement ein 'Element' Knoten für dieses Unterelement in der Testsuite angelegt wird, oder ob das Element direkt im Attribut 'QF-Test ID der Komponente' des 'Mausevent' Knotens angegeben wird (vgl. Abschnitt 6.3).

Wenn Sie mit dem Schalter "Intelligent" QF-Test die Wahl überlassen, wird nur dann ein Knoten angelegt, wenn der Index als Text angegeben ist und das Unterelement im SUT nicht editierbar ist.

Knoten im Baum als Pfad darstellen (System)
SUT Skript Name: OPT_RECORD_SUBITEM_TREE_PATH

Es ist nicht ungewöhnlich, dass in einer Baumstruktur Knoten mit gleichen Namen aber verschiedenen Vaterknoten vorkommen, z.B. in einem Unix Dateisystem die Verzeichnisse /tmp und /usr/tmp. Durch Ausnutzen der hierarchischen Struktur und Verwendung von Pfadnamen in den 'Elementen' kann QF-Test diese Knoten unterscheiden. Dabei kommt das Zeichen '/' als Trennzeichen zum Einsatz.

Ist diese Option nicht aktiviert, werden Bäume wie flache Listen betrachtet.

34.2.5
Prozeduren

Die folgenden Optionen haben Einfluss auf den Procedure Builder, der in Kapitel 20 detailliert beschrieben wird.

Procedure Builder options
Abbildung 34.17:  Procedure Builder Optionen
Hotkey für Prozedurenaufnahme (User)
SUT Skript Name: OPT_RECORD_PROCEDURE_HOTKEY

Diese Option legt eine Taste (bzw. Tastenkombination) fest, mit der die Aufnahme von Prozeduren direkt im SUT eingeschaltet werden can. Die Standardtaste ist [Shift-F12].

Konfigurationsdatei für die Prozedurenaufnahme (System)

Hier können Sie eine eigene Konfigurationsdatei für den Procedure Builder festlegen. Ist ein relativer Pfad angegeben, sucht QF-Test im Verzeichnis, aus dem QF-Test gestartet wurde, und im standard Include-Verzeichnis nach dieser Datei.